Sonnabend, der 10.06.06. Ein Tag wie die vorangegangenen. Sonne und Wärme. Nach wieder einem guten Frühstück begann die 3. Etappe um 09.00 Uhr. Es ging linksseitig elbabwärts über Storkau, Arneburg nach Sandau zur Elbfähre. Hier sollte die Elbe überquert werden. Ralf und ich waren aber schon mit den Fahrzeugen der Elbe am rechten Ufer von Tangermünde aus gefolgt, nachdem wir noch bei Lid´l in Tangermünde eingekauft hatten. Den Fährverkehr und das gegenüberliegende Ufer konnten wir gut beobachten. Nach einer Unterhaltung per Handy über den Standort der Radler gab ich den Tipp, sich etwas zu beeilen, denn dann würden sie noch die Fähre, die gerade von unserem Ufer abgelegt hatte, erreichen. Dieses hat die Sechserbande wörtlich genommen und mit einem 35er Schnitt das linke Fährufer erreicht. Doch die Fähre war da schon wieder in unsere Richtung abgefahren. Als sie in Elbmitte war, kamen die Radler an. Später stellte sich heraus, dass es ein Übermittlungsdefizit gegeben hatte. Auf die Frage von mir: "Wie weit seid Ihr noch von der Fähre entfernt?" antwortete Thorsten: "6 Km!" Ich verstand 1 Km. Und somit habe ich sie zur Jagd auf die Fähre angefeuert, denn 1 Km wäre zu schaffen gewesen. Aber trotzdem, für diese von den Rennradfahrern eingebrachte Leistung vergebe ich noch heute 10 Spurtpunkte. Aber auch die Wartezeit von 11.10 – 11.30 Uhr dürfte da auch als Verschnaufpause zu werten sein. Zur Rast fuhren wir weiter nach Havelberg, wo wir auf einem Parkplatz, direkt an der Havel unsere eingekauften Schätze, u.a. Kuchen, ausbreiteten. Diese Pause dauerte genau 30 Min. von 11.40 – 12.10 Uhr. Danach fuhren Ralf und ich weiter nach Rühstedt, in das Storchendorf. Hier wollten wir uns wieder treffen. Die Radler fuhren wieder auf die linke Elbseite bei Räbe und nach ca. 10 Km wieder auf die rechte Elbseite bei Werben. Zweimal Fähre.
Rechts der Elbe sollte es über Quitzöbel, Legde und Abbendorf nach Rühstedt gehen. Doch hier war die Fahrt wohl schneller als der Vorausblick, denn an der Kreuzung in Legde bog die Gruppe nicht nach links ab (auch als Elberadweg ausgeschildert), sondern fuhr geradeaus in Richtung Bad Wilsnack. Erst hier bogen sie links ab und fuhren über Groß Lübben und Klein Lübben und dann noch Bälow nach Rühstedt. Ralf und ich waren verwundert, als die 6 aus der genau entgegengesetzten Richtung kamen. Somit hatten unsere Freunde sich einen Umweg von ca. 20 Km herausgefahren.
Die Ankunft im Landgasthaus „Storchenkrug“ in Rühstedt war um 14.20 Uhr. Nach Einnahme einiger Spezialitäten des Hauses ging es um 15.00 Uhr weiter. Benno stieg zu Ralf ins Auto, sein Fahrrad kam aufs Dach. Die restlichen 5 Radler mussten nun zurück über Bälow und Hinzdorf nach Wittenberge. Hier überquerten sie neben den Bahngleisen die Elbe und über Losenrade, Wahrenberg, Wanzer, Aulosen, Bömenzien, Gummen ging die Fahrt nach Gartow, unserem 3. Etappenziel. Ralf und ich hatten das Gepäck gerade auf die Zimmer geschafft, als die Truppe auch schon in dem gut geführten Hotel (Garni) „Seeblick“, Hauptstraße 36, um 17.00 Uhr, eintraf.
Die 3. Tagesetappe betrug 140 Km. (Eingerechnet 20 Km Umweg).
Tageskilometer der Fahrzeuge = 126 bzw. 127!
Essen und Trinken im nahe gelegenen Restaurant „Seeterrassen“. Es war eine lustige Runde bei gutem Essen und einigen Bierchen bzw. Saft oder Schorle oder, oder? Fußball war wieder angesagt und die Kommentare brauchte der Fernsehkommentator nicht zu geben. Unter uns war fachkundiges Zuschauerpotenzial. Während des Fernsehens wurde auch gegessen. Natürlich wieder überwiegend Bauernfrühstück. Und wer hatte den größten Hunger? Ihr wisst es oder ahnt es bereits, natürlich, es war unser Andy Kegel. Sein Bauernfrühstück hatte er aufgegessen, aber sein Magen muß noch leer gewesen sein, denn als er an den Wirt die Frage nach einem weiteren Essen stellte, fragte dieser, ob es nicht geschmeckt hätte. Doch, doch, sagte Andy, aber ich habe noch Hunger. Daraufhin wurde ein zweites Bauernfrühstück bestellt, welches er sich dann mit Thorsten teilte, denn auch er verspürte jetzt noch einen kleinen Hunger. Zwei Teller mussten her und beide aßen die für „Holzfäller“ angerichtete 2. Mahlzeit. Dann kam der Wirt und fragte nach dem Sättigungsgehalt. Och ´ sagte Andy, etwas könnte ich noch essen. Und jetzt kam der Hammer. Der Koch hatte noch Kesselgulasch. Ja, auch diesen Rest können wir noch essen. Bestimmt waren noch 2 Liter in der Terrine. Und auch dieses Gulasch, gut angereichert mit Kartoffeln, wurde bis zum letzten Rest vernichtet. Nur einer bekam noch eine kleine Kelle Gulasch von Andy ab. War es Benno? Und Andy hat in der Nacht auch noch gut geschlafen, so berichtete er am nächsten Morgen.
Eine ganz kleine Aufmerksamkeit widmeten wir am Abend auch den Mücken.
Gegen 22.30 Uhr haben wir, Ralf und ich, uns von den Radlern verabschiedet und die Hotelbetten aufgesucht. Ob die Jungs den Weg dann auch gleich nach Hause gefunden haben, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Unsere Hotelzimmer mit Garten- und Seeblick waren die schönsten auf der Tour. Das Frühstück am Sonntagmorgen war perfekt. Auf dem Tisch stand das Schild „Gruppe Mansfeldt“. Alle fanden wir an dem liebevoll gedeckten Tisch unseren Platz. Am Büfett gab es alles, was einem Radwanderer gefallen kann. Knusprige Brötchen, Brot, etliche Marmeladen, Wurst, Käse, Eier und Rühreier mit Speck, Müsli und Joghurt sowie verschiedene Säfte und Obst. Und alles blitzblank sauber. Hierher würde sich auch ein kurzer Wochenendausflug lohnen, zumal auch im Ort ein Fahrradverleih ansässig ist.